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CHEtalk feat. HFD: Generative KI als Gamechanger?!

Online-Dossier zur Veranstaltungsreihe

Die Reihe „CHE Talk feat. Hochschulforum Digitalisierung: Generative KI als Gamechanger?!“ bot Raum für Austausch, Perspektivenvielfalt und konkrete Orientierung. In fünf Webinaren diskutierten Expert*innen aus Forschung, Lehre und Hochschulpraxis, wie Hochschulen den Wandel aktiv gestalten können. Im Fokus standen dabei nicht nur technische Innovationen, sondern vor allem der strategische Blick auf Möglichkeiten, Herausforderungen und Gestaltungsräume.

In diesem Online-Dossier finden Sie die Mitschnitte aller Impulsreferate der fünf Veranstaltungen.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und dem Hochschulforum Digitalisierung. Sie flankierte die Veröffentlichung des sechsten Magazins „strategie digital“, die sich mit den Auswirkungen generativer KI auf das Hochschulsystem befasst.

Generative KI als Gamechanger?! – Strategisch denken, praktisch gestalten

Mi., 5. November 2025, 12:00 Uhr - 13:00 Uhr

Das Auftaktwebinar der Veranstaltungsreihe “CHEtalk feat. HFD” eröffnet den strategischen Diskurs: Welche Handlungsoptionen gibt es? Wie kann eine Hochschule den Einsatz von KI gestalten, statt nur zu reagieren? Neben generellen strategischen Überlegungen zeigt ein Praxisbeispiel, wie Hochschulen den Prozess der Entwicklung und Gestaltung einer KI-Strategie angehen können.

Die Referenten dieses Webinars:

„Es ist unverzichtbar, sich als Hochschule strategisch mit dem Thema KI auseinanderzusetzen

.“

Julius-David Friedrich & Jens Tobor

Julius-David Friedrich und Jens Tobor betonten, dass KI längst Teil des Hochschulalltags ist und Hochschulen sich strategisch damit auseinandersetzen müssen, statt zu versuchen, KI aus Lehr- und Prüfungsprozessen auszuschließen. KI verändert wissenschaftliche Praxis grundlegend – von der Themenfindung bis zur Textproduktion – und bringt zugleich Risiken des De-Skilling mit sich, wenn grundlegende Kompetenzen an die KI ausgelagert werden. Zudem stellt der KI‑Einsatz neue ethische und rechtliche Anforderungen, etwa im Hinblick auf Fairness, Datenschutz und akademische Redlichkeit, die gemeinsame Leitlinien erfordern. Hochschulen stehen damit vor der Aufgabe, Räume für Experimente zu schaffen, zugleich aber verlässliche Governance bereitzustellen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu ermöglichen.



„Der Push kam ganz klar von unten: Wir hatten plötzlich KI als Tools in der Welt und wollen sie nutzen. Das verändert die Arbeitsweisen, die Rollen, die Lern- und Prüfungs-Prozesse. Danach waren wir in einer Debatte über Strategie und Ausrichtung der Hochschule – und schlussendlich auch in einer Wertediskussion. .“

Prof. Dr. Ingmar Ickerott

In seinem Vortrag berichtete Prof. Dr. Ingmar Ickerott, wie an der Hochschule Osnabrück ein strukturierter Strategieprozess eingesetzt wurde, um den Einsatz von KI zu gestalten. Trotz eines starken Bottom‑up‑Impulses durch Studierende und Lehrende setzte die Hochschule ergänzend auf einen Top‑down‑Ansatz, um Leitlinien, Governance-Strukturen und einen Entwicklungsplan bis 2030 zu etablieren. Im Zentrum stehen z.B. die Anpassung von Kompetenzzielen in allen Studiengängen, die Verankerung von KI in Lehre, Forschung und Verwaltung sowie die Entwicklung eines KI‑Ökosystems. Er beschrieb auch Lessons Learned, darunter die Bedeutung klarer Governance, partizipativer Prozesse und Pilotprojekte, um KI nachhaltig in die Hochschulentwicklung einzubetten.

Ethik ist kein Add-on

Di., 16. Dezember 2025, 12:00 Uhr-13:00 Uhr

Generative KI eröffnet neue Möglichkeiten für Studium und Lehre, stellt Hochschulen jedoch zugleich vor die Frage, wie ein reflektierter, wissenschaftlich fundierter und verantwortungsvoller Umgang aussehen kann. Im Zentrum stehen dabei Fragen von Fairness, Transparenz und Bias und die weitreichende Herausforderung, den Bildungsbegriff im Kontext von KI neu zu denken. Das zweite Webinar der Veranstaltungsreihe “CHEtalk feat. Hochschulforum Digitalisierung” machte diese Herausforderungen sichtbar und lud zur Diskussion darüber ein, wie Hochschulen den Umgang mit KI reflektiert und sozialverantwortlich gestalten können.

Die Referentinnen in diesem Webinar:

  • Prof. Dr. Antje Michel, Forschungsprofessorin für Informationsdidaktik und Wissenstransfer, Fachhochschule Potsdam
  • Marieke Prien, Projektkoordinatorin „Innovative Lehr- und Lerntools“ im Digitale Lehre Hub Niedersachsen, Hochschule Osnabrück

Hochschulen müssen eine begründete Position im Sinne einer Vision und Zielstellung dazu entwickeln, wie sich KI zu ihren spezifischen Bildungszielen sowie zu möglichen anderen strategischen Zielen der Hochschule verhält."

Prof. Dr. Antje Michel

Prof. Dr. Antje Michel beschrieb zunächst, dass Studierende KI‑Tools in großer Breite und für vielfältige Zwecke nutzen. Gleichzeitig äußern sie klare Erwartungen an Hochschulen: ethische Leitlinien, Datenschutz, Kompetenzentwicklung und Zugang zu sicheren KI‑Tools. Hochschulen stehen vor der Aufgabe, ihre Bildungsziele neu zu justieren und strategische Positionierungen zu entwickeln, die Fachwissenschaft, Persönlichkeitsbildung und Arbeitsmarktvorbereitung in Einklang mit KI‑gestützten Veränderungen bringen. Die vorgestellten Handlungsempfehlungen betonen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Wertebasis, verbindlicher Strategien, reflektierter Kompetenzentwicklung und eines bewussten Umgangs mit sozialen Rollen im Lehr‑Lernprozess.

Wir brauchen Ethik als Haltung."

Marieke Prien

Marieke Prien erläuterte zuerst maschinelles Lernen als Training auf Basis von Daten und Mustern. Anschließend zeigt sie anhand eines Prompt-Beispiels, wie Bias/Stereotype aus Trainingsdaten in generierten Texten sichtbar werden, und ordnet dies als ethische Herausforderung ein. Für Hochschulen betont sie die besondere Tragweite, weil KI‑Anwendungen im Bildungsbereich „als hochriskant eingestuft“ sind und Entscheidungen starke Auswirkungen auf individuelle Zukunft haben können. Danach argumentiert sie, dass Ethik „nicht nur ein Addon“ sein dürfe, sondern „Ethik als Haltung“ brauche, und nennt konkrete Schritte der Hochschule Osnabrück (Positionspapier/Leitlinien, KI‑Ausschuss, Peer‑Beratung, zusätzliches Ethikmodul, Veranstaltungen und Projekte).

Souveräne KI-Infrastrukturen gestalten

Di., 16. Dezember 2025, 12:00 Uhr-13:00 Uhr

Generative KI stellt Hochschulen vor strategische und infrastrukturelle Herausforderungen und macht digitale Souveränität dringlicher denn je. Eine souveräne und verantwortungsvolle Nutzung erfordert mehr als Technik: Sie lebt von Kooperationen, klaren Governance-Strukturen, transparenten Regeln und gezieltem Kompetenzaufbau. Wo Hochschulen stehen und was es braucht, um souveräne KI-Infrastrukturen zu gestalten, beleuchteten und diskutierten zwei Impulsvorträge: von:

  • Uwe Reckzeh-Stein, Referent im Projekt Hochschulforum Digitalisierung (HFD), Hochschulrektorenkonferenz
  • Jonas Leschke, Zentrum für Wissenschaftsdidaktik, Ruhr-Universität Bochum

Insgesamt wurde deutlich, dass Hochschulen ihre digitalen Infrastrukturen, Kompetenzen und langfristigen Investitionen aktiv steuern müssen, um im KI‑Zeitalter handlungsfähig zu bleiben.

Wir sitzen im fahrenden Zug – aber diese Landschaft gestalten wir mit."

Uwe Reckzeh-Stein

Uwe Reckzeh-Stein beschrieb, wie sich das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) systematisch mit digitaler Souveränität und später mit dem rasanten Aufkommen generativer KI auseinandergesetzt hat. Eine seiner zentralen Erkenntnisse: Hochschulen müssen digitale Souveränität als strategisches Handlungsfeld begreifen, um langfristige Abhängigkeiten von proprietären Technologien zu vermeiden und eigene Gestaltungsfähigkeit zu sichern. Durch breit angelegte Expert*innenanhörungen, Studien und Community-Beiträge entstand ein Arbeitspapier, das konkrete Empfehlungen für Hochschulleitungen, Politik und Förderinstitutionen formuliert.

Open Source verschafft uns Handlungsspielräume – aber echte Souveränität entsteht erst, wenn Infrastruktur, Apps und Kompetenz-entwicklung zusammen gedacht werden."

Jonas Leschke

Jonas Leschke berichtete, wie an der Ruhr-Universität Bochum vorgegangen wird, um KI-Kompetenzen systematisch aufzubauen und zugleich souveräne, nachhaltige KI‑Infrastrukturen zu entwickeln. Neben Basisschulungen, Train‑the‑Trainer‑Angeboten und kuratierten Lernmaterialien geht es besonders darum, technologische Abhängigkeiten von proprietären Systemen zu verringern, ohne deren Vorteile auszuschließen.



Curricula und Prüfungen im Wandel

Di., 27. Januar 2026, 12:00 Uhr-13:00 Uhr

Generative KI ist längst Teil des Lehr- und Lernalltags an Hochschulen und stellt damit auch Lehre, Prüfungen und Curricula vor grundlegende Fragen: Wie kann KI sinnvoll in Studienprogramme integriert werden? Welche Kompetenzen brauchen Studierende in einer KI-geprägten Welt? Und wie verändert sich das Verständnis von Lehre, Leistung und Prüfung unter diesen Bedingungen? Das vierte Webinar der Veranstaltungsreihe „CHEtalk feat. Hochschulforum Digitalisierung“ gab spannende Einblicke in Praxisbeispiele und diskutierte, wie Hochschulen Curricula und Prüfungen zukunftsfähig gestalten können.

Impulse kamen von den folgenden Referentinnen:

Curriculum-entwicklung ist ein gemeinsamer strategischer Prozess, eine wirkliche Kollaboration zur Verzahnung von Lehrinhalten. Hierfür braucht es eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung."

Dr. Jannica Budde ging der Frage nach, wie sich die Curriulumentwicklung durch KI verändert. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass oft gefordert wird „KI muss in die Curricula“, aber offen bleibt, wie das konkret umgesetzt werden kann; der Beitrag teilte dazu Gedanken und Beobachtungen. Es wird ein Unterschied zwischen Veränderungen auf Mikroebene (einzelne Lehrveranstaltungen) und der curikularen Ebene (Studiengangszuschnitte) beschrieben und betont, dass trotz längerer Entwicklungszyklen die Verzahnung und Sichtbarkeit von KI‑Kompetenzen im Curriculum wichtig ist. Abschließend wurde Curriculumentwicklung als Organisationsentwicklung und gemeinsamer Auftrag hervorgehoben, inklusive Rollenklärung, Teamarbeit, Kommunikation sowie dem Bedarf an Freiräumen und Experimentierphasen.

Aus unserer Sicht war es ganz wesentlich, in dem gesamten Prozess KI-Kompetenzen zu schulen.

Prof. Dr. Vera Kristina Lenz-Kesekamp

Prof. Dr. Vera Kristina Lenz-Kesekamp Hinzudichten) gab einen Einblick, welcher Weg an der Euro-FH eingeschlagen wurde, um von einer KI-Strategie zu einer Prüfungspraxis zu kommen. Sie beschrieb, wie die Euro-FH das Thema ab Oktober 2022 strategisch als „Chefsache“ angegangen ist und dafür u. a. einen „KI und Digital Innovation Hub“, ein „KI Steuerungsteam“ und einen „externen Expertenbeirat“ etabliert hat, um Leitlinien, Prioritäten und Umsetzung in Arbeitsgruppen zu bündeln. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau und der Verankerung von KI‑Kompetenzen sowie auf der Frage, wie Kompetenzen im „KI Zeitalter“ geprüft werden können. Im Teil zur Prüfungspraxis wird geschildert, dass verschiedene Formate erprobt wurden (inkl. „Experimentierphase“), aber die grundlegende Frage offen bleibt, „Was ist eigentlich Eigenleistung?“, wenn KI „jederzeit mitdenken, formulieren und strukturieren kann“.

Wie KI die Lehre verändert

Di., 24. Februar 2026, 12:00 Uhr-13:00 Uhr

KI verändert nicht nur, was gelehrt wird, sondern auch, wie die Lehre gestaltet ist. Lehrende übernehmen zunehmend Rollen als Lernbegleiter:innen, Kurator:innen und Vermittler:innen von KI-Kompetenzen. Auch für Studierende verändert sich vieles – oft verbunden mit Unsicherheiten im Umgang mit KI. Im Abschlusswebinar der Reihe „CHEtalk feat. Hochschulforum Digitalisierung“ diskutierten Lehrende und Studierende, wie sich Selbstverständnis, Zusammenarbeit und Partizipation im Lehralltag wandeln und welche Chancen und Herausforderungen daraus entstehen.

Die Referentinnen:

Kontakt

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Melden Sie sich gerne bei uns:

Theresa Sommer - Redaktionsleiterin der Ausgabe "Generative KI als Gamechanger?!" des Magazins "strategie digital", Projektmanagerin Hochschulforum Digitalisierung/CHE Centrum für Hochschulentwicklung - theresa.sommer @ che.de

Melanie Rischke - Organisatorin der CHEtalk-Veranstaltungen, Senior Projektmanagerin CHE Centrum für Hochschulentwicklung - melanie.rischke @ che.de